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Der Bypass Thun Nord ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil eines ganzen Massnahmenbündels zur Lösung der Verkehrsprobleme der Agglomeration Thun. Das starke Verkehrswachstum der letzten Jahrzehnte verursacht vor allem in der Innenstadt Probleme, wo für die rund 45'000 Fahrzeuge, welche die Aare täglich überqueren, nur die beiden historischen Innenstadtbrücken und die Regiebrücke zur Verfügung stehen. Chronisch überlastet ist zudem auch die Bernstrasse, die dem rechten Seeufer als Zufahrtsroute zur A6 dient, und fast den gesamten Verkehr von Steffisburg zu verarbeiten hat. Verkehrsprognosen gehen davon aus, dass der Strassenverkehr in der Agglomeration Thun von 2007 bis 2025 um rund 11% zunehmen wird.
Der Grundstein für die Lösung der Thuner Verkehrsprobleme wurde 2003 mit der Gesamtverkehrsstudie gelegt, an deren Erarbeitung rund 80 Personen aus Behörden, Parteien und Organisationen beteiligt waren. Aus der Gesamtverkehrsstudie wurden das Agglomerationsprogramm Thun und der regionale Richtplan Siedlung und Verkehr der Region Thun-InnertPort entwickelt. Die Grundsätze sind dabei immer dieselben geblieben. Es geht darum:
- Verkehr zu vermeiden
- Verkehr auf nachhaltigere Mobilitätsformen (ÖV, Langsamverkehr) zu verlagern
- Verkehr verträglicher zu gestalten
Die Gesamtverkehrsstudie 2003 sieht 3 Massnahmenpakete vor:
- MP1 verbessert die Bedingungen für den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr und fördert so nachhaltige Mobilitätsformen
- MP2 umfasst den Bypass Thun Nord und seine Begleitprojekte
- MP3 beinhaltet langfristig den Bau einer südlichen Aarequerung
Da in vielen Schweizer Agglomerationen Kapazitätsengpässe auf dem Strassennetz und im öffentlichen Verkehr bestehen, welche nur durch Investitionen in die Infrastruktur behoben werden können, hat der Bund den Infrastrukturfonds zur Lösung der Verkehrsprobleme in Agglomerationen geschaffen. Als Bedingung zur Mitfinanzierung von Verkehrsprojekten verlangt der Bund begleitende raumplanerische Massnahmen um die Siedlungsentwicklung auf die Verkehrsplanung abzustimmen und das künftige Verkehrswachstum in Schranken zu halten.
Die Gemeinden der Agglomeration Thun haben unter der Leitung des Wirtschaftsraums Thun WRT das Agglomerationsprogramm Thun erarbeitet, welches im Dezember 2007 beim Bund eingereicht wurde. Das Agglomerationsprogramm und der regionale Richtplan Siedlung und Verkehr zeigen, welche Massnahmen im Bereich Verkehr zur Lösung der Thuner Verkehrsprobleme vorgesehen sind und mit welchen Massnahmen im Bereich der Siedlungsentwicklung die Verkehrszunahme gedämpft werden soll. Der Bypass Thun Nord ist mit Kosten von über 100 Mio. Franken zwar das Schlüsselprojekt des Agglomerationsprogrammes Thun. Das Programm enthält aber noch weitere Projekte im Umfang von rund 25 Mio. Franken insbesondere im Bereich ÖV und Langsamverkehr. Der Bund wird die Verkehrsinfrastruktur-Massnahmen des Agglomerationsprogramms von Thun (prioritäre A-Projekte) mit einem Beitragssatz von 40% der 2005 geschätzten Kosten unterstützen. Inzwischen sind bereits die Planungsarbeiten für das zweite Agglomerationsprogramm im Gange.

Agglomerationsprogramm Thun Grafik Download 
Agglomerationsprogramm Thun: Prüfbericht des Bundes Download 
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